William Randolph Hearst as Krazy Kat’s protector

03/02

When researching Herriman and Krazy Kat, it is inevitable that the subject of the strip’s popularity comes up. Then any researcher will learn that the strip was at one time extremely popular, but grew too esoteric for the comic strip reading audience, followed by the assertion that by then ‘it had won a place in the heart of one important fan, William Randolph Hearst, who declared that so long as Herriman wanted to work on the strip he would be paid for it.’1 This image of the powerful publisher protecting a small and unpopular strip is found in most, if not all accounts relating to Krazy Kat. Ben Schwartz goes even further, asserting that ‘[f]or decades Hearst had to personally back Herriman, giving him Sunday pages, double-page spreads, and full color printing despite calls from Hearst editors to cut the strip.’2 Indeed, Schwartz’ assertion is cited on the strip’s Wikipedia page, ensuring that even casual readers know this relationship between the publisher and the comic strip. With such empathic statements, there must come a degree of scrutiny, in three steps: Is it possible? Is it credible? And most importantly, is it verifiable?
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  1. Heer, J 2001 Krazy Kat’s Colors. The Shadings of George Herriman’s Black-and-White World. Lingua Franca, 11 (6): 53–58. p. 55 []
  2. Schwartz, B 2003 The Court Jester. Hearst, Herriman, and the Death of Nonsense. Krazy & Ignatz. 1929-1930 : a mice, a brick, a lovely night. Seattle, Wash, London: Fantagraphics. 8–10. p. 8 []

Der Blick in den Turm

05/05

In einer Gemeinschaftsveranstaltung luden das Theater Magdeburg, die Buchhandlung Wahle, das Literaturhaus
und die Stadtbibliothek Magdeburg am 4. Mai 2009 zur Autorenlesung von Uwe Tellkamp. Tellkamp las aus seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Bestseller „Der Turm“.

Vier Abschnitte aus unterschiedlichen Kapiteln wurden dem Publikum im fast ausverkauften Saal des Opernhauses vom Autor dargeboten.

Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete der Schauspieldramaturg des Theaters Magdeburg, Remsi Al Khalisi, mit einführenden Worten zum Autor und Werk die Lesung. Kurz darauf begab sich Uwe Tellkamp an seinen Platz hinter dem Lesepult, welchen er für die nächsten 45 Minuten nicht mehr verlassen

sollte.

Wirkte Tellkamp anfangs noch etwas gehemmt und gezwungen, so löste sich diese Anspannung mit den ersten Lachern aus dem Publikum. Kurz vor Ende des ersten Abschnittes war das Eis dann endgültig gebrochen, was wohl nicht zuletzt an Formulierungen wie „eiwandfreie Kurbelrührerzeugnisse zur Herstellung vorweihnachtlicher Backwaren“ (Der Turm, 13. Kapitel) lag. Starrte Tellkamp bisher eher stur auf seine Ausschnitte, fing er nun an häufiger zum Publikum zu Blicken und das Gelesene mit Gesten zu untermalen. Als er aus Versehen sein Glas umstieß, quittierte er dieses Missgeschick mit den Worten: „Das macht wohl der Stoff!“, was durchaus passte, ging es doch in dem Kapitel um ein „Interview“ durch die Stasi.

Gegen 20.15 Uhr begann die Frage- und Diskussionsrunde. Nachdem anfänglich der Schauspieldramaturg fragen an den Autor stellte, und die Fragen aus dem Publikum nur langsam anliefen, drehte Tellkamp den Spieß einfach um und stellte seinerseits Fragen. Eigentlich stellte er nur eine Frage, nämlich was das Magdeburger Publikum denn vom Schauplatz des Romans, der Stadt Dresden hielte. Die Antworten einzelner Gäste führten den Saal auf eine Reise in die Vergangenheit. Man merkte spätestens hier, dass es nicht nur um ein Buch ging, sondern auch um persönliche Vergangenheiten und Erinnerungen, sowohl bei den Zuhörern, als auch bei Uwe Tellkamp selbst. Tellkamp bestach während dieser Runde durch eine gesunde und mitreißende Mischung aus Ernst und Witz. So sinnierte er über die utopischen Elemente und Veränderungen in seinem Roman und über die Bezeichnung „Wenderoman“, gab aber auch praktische Lese- und Verständnisempfehlungen, gerade an diejenigen, die mit sächsisch wenig anfangen können: „Lesen Sie besonders die sächsischen Witze laut vor!“, der Rest komme dann schon von alleine.

Mit der obligatorischen Signierstunde endete dann die Lesung Uwe Tellkamps im Magdeburger Opernhaus. Was bleibt sind interessante und persönliche Eindrücke aus und um „Der Turm“, so wie die Frage nach der Fortsetzung, dem Leben jenseits des Doppelpunktes. In zwei Jahren sollen wir Herrn Tellkamp noch einmal danach fragen. Ich denke, wir werden es tun.