In einer Gemeinschaftsveranstaltung luden das Theater Magdeburg, die Buchhandlung Wahle, das Literaturhaus
und die Stadtbibliothek Magdeburg am 4. Mai 2009 zur Autorenlesung von Uwe Tellkamp. Tellkamp las aus seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Bestseller „Der Turm“.

Vier Abschnitte aus unterschiedlichen Kapiteln wurden dem Publikum im fast ausverkauften Saal des Opernhauses vom Autor dargeboten.

Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete der Schauspieldramaturg des Theaters Magdeburg, Remsi Al Khalisi, mit einführenden Worten zum Autor und Werk die Lesung. Kurz darauf begab sich Uwe Tellkamp an seinen Platz hinter dem Lesepult, welchen er für die nächsten 45 Minuten nicht mehr verlassen

sollte.

Wirkte Tellkamp anfangs noch etwas gehemmt und gezwungen, so löste sich diese Anspannung mit den ersten Lachern aus dem Publikum. Kurz vor Ende des ersten Abschnittes war das Eis dann endgültig gebrochen, was wohl nicht zuletzt an Formulierungen wie „eiwandfreie Kurbelrührerzeugnisse zur Herstellung vorweihnachtlicher Backwaren“ (Der Turm, 13. Kapitel) lag. Starrte Tellkamp bisher eher stur auf seine Ausschnitte, fing er nun an häufiger zum Publikum zu Blicken und das Gelesene mit Gesten zu untermalen. Als er aus Versehen sein Glas umstieß, quittierte er dieses Missgeschick mit den Worten: „Das macht wohl der Stoff!“, was durchaus passte, ging es doch in dem Kapitel um ein „Interview“ durch die Stasi.

Gegen 20.15 Uhr begann die Frage- und Diskussionsrunde. Nachdem anfänglich der Schauspieldramaturg fragen an den Autor stellte, und die Fragen aus dem Publikum nur langsam anliefen, drehte Tellkamp den Spieß einfach um und stellte seinerseits Fragen. Eigentlich stellte er nur eine Frage, nämlich was das Magdeburger Publikum denn vom Schauplatz des Romans, der Stadt Dresden hielte. Die Antworten einzelner Gäste führten den Saal auf eine Reise in die Vergangenheit. Man merkte spätestens hier, dass es nicht nur um ein Buch ging, sondern auch um persönliche Vergangenheiten und Erinnerungen, sowohl bei den Zuhörern, als auch bei Uwe Tellkamp selbst. Tellkamp bestach während dieser Runde durch eine gesunde und mitreißende Mischung aus Ernst und Witz. So sinnierte er über die utopischen Elemente und Veränderungen in seinem Roman und über die Bezeichnung „Wenderoman“, gab aber auch praktische Lese- und Verständnisempfehlungen, gerade an diejenigen, die mit sächsisch wenig anfangen können: „Lesen Sie besonders die sächsischen Witze laut vor!“, der Rest komme dann schon von alleine.

Mit der obligatorischen Signierstunde endete dann die Lesung Uwe Tellkamps im Magdeburger Opernhaus. Was bleibt sind interessante und persönliche Eindrücke aus und um „Der Turm“, so wie die Frage nach der Fortsetzung, dem Leben jenseits des Doppelpunktes. In zwei Jahren sollen wir Herrn Tellkamp noch einmal danach fragen. Ich denke, wir werden es tun.

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