Smelly Taste Test Challenge

Es gibt Schlachten, auf die kann man sich nicht wirklich vorbereiten. Aber man kann es irgendwie versuchen. Da ich, der „kleine Dompfaff“, dank der Unterstützung vieler lieber Menschen ein Surstömming-Essen gewonnen habe, habe ich mich auf die Suche nach Personen begeben, die mir für diese Herausforderung Tipps und Tricks verraten können.

Ich kenne zwar viele merkwürdige Personen, aber Surstömming probieren? Nein, da hatte ich nur wenig Erfolg, bis ich in der vergangenen Woche ganz unverhofft eine Nachricht auf mein Smartphone bekam, mit den freundlichen Worten, ich zitiere: „Sag mal, sonst ist aber noch alles ganz richtig bei dir, oder?“

Gut, was soll man dazu noch sagen. Aber, die Nachricht ging ja noch weiter und was soll ich sagen, da hat doch wirklich ein Bekannter schon mal dieses Abenteuer gewagt und weiß, was auf mich zukommt. Und während ich mit ihm einen Kaffee trinke, versucht er mir zu vermitteln, was mich erwartet… aus Rücksicht möchte ich seine Worte hier jetzt nicht wieder geben. Allerdings sind wir im Anschluss zusammen einkaufen gewesen und haben ein paar Produkte gefunden, die nicht nur zum Himmel stinken, sondern für den Gaumen auch eine gewissen Herausforderung bedeuten.

Auf dem Speiseplan landen Kimchi, koreanischer Chinakohl, der durch Milchsäuregärung fermentiert und so haltbar gemacht wird. Dazu kommt Sardellenpaste, denn Surstömming soll in erster Linie extrem salzig schmecken. Abgerundet wird das Mahl durch Knoblauchpüree und Harzer Stangenkäse.

Hier nun mein kurzer Bericht zum Taste-Test gestern Abend. Dieses Mal nur mit Bildbeweisen, das Video kommt erst bei der Kür!

Kimchi

Geruch: Vergoren, eindeutiger Fermentationsgeruch, erinnert an die Kohlsuppe von Ur-Oma, die drei Tage lang im Topf vergessen wurde.

Geschmack: In erster Linie nur scharf, der Kohl-Geschmack kommt recht schnell und deutlich zum Tragen, der säuerliche Geschmack der Milchsäure legt sich an den Gaumen und verbleibt dort.

Konsistenz: Überraschend knackig.

Tendenz: Ich mag kein scharfes Essen, aber das hier ist wirklich lecker. Leider stinkt es wirklich zum Himmel und man sollte die Dose nicht in geschlossenen Räumen öffnen (ich habe in weiser Voraussicht mein Mahl auf dem Balkon eingenommen)!

Sardellenpaste

Geruch: Wirklich sehr unangenehm nach altem Fisch.

Geschmack: Anfangs einfach nur salzig, dann überwiegt ein stark fischiger Geschmack.

Konsistenz: eine dicke, cremige Paste

Tendenz: Nein, muss ich nicht nochmal haben. Der salzige Geschmack ist unglaublich dominant. Der Fisch selber kommt nur „im Abgang“ und ist alles andere als lecker.

Knoblauchpüree

Geruch: Überraschend angenehm nach frischem Knoblauch (anders als erwartet).

Geschmack: Schrecklich nach Essig, dann Salz, dann angenehm nach frisch gepresstem Knoblauch.

Konsistenz: Eine Paste mit feinen Knoblauchstückchen.

Tendenz: Nicht wieder pur, aber man kann damit bestimmt gut kochen.

P.S.: Geknutscht wird danach auf jeden Fall nicht mehr.

Harzer Stangenkäse

Geruch: Schrecklich. Drei Wochen alte Stinkesocken sind ein Witz dagegen.

Geschmack: Alter Käse, der angebliche Edelschimmel schmeckt einfach nur nach Schimmel, warum sollte irgendjemand freiwillig so was essen wollen?

Konsistenz: Festes Gelee, als würde man auf einer Silikon-Füllung herumkauen.

Tendenz: Ich werde niemals verstehen, was man daran lecker finden sollte.

2 Replies to “Smelly Taste Test Challenge”

  1. Es gibt nichts…..wirklich absolut NICHTS, das auf den Geschmack von Surströmming vorbereiten kann.
    Ich spreche da aus Erfahrung. Angeblich soll es zumindest helfen, die Dose unter Wasser zu öffnen. BLÖDSINN.
    Einmal und definitiv NIE wieder.

  2. Ja, genau. Einmal muss man das probiert haben. Deshalb ziehe ich das auch durch. Nur so sammelt man diese Erfahrung 😉

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