Hin zum Nordkap und wieder zurück – Die Geschichte vom kleinen Dompfaff – Teil1

Teil 1 – Sieben Wochen bis Rallye-Start

Was soll man sagen, wenn man exakt sieben Wochen vor Rallye-Start erfährt, dass man Teil eines großen Abenteuers werden darf? Natürlich: Ja, ich bin dabei! OK, das „Ja“ hatte ich schon vorher gegeben, denn schließlich gab es ein Bewerbungsverfahren und eben jenes habe ich gewonnen, mit meiner recht improvisiert zusammengezimmerten InDesign Bewerbung (an dieser Stelle danke ich Damian, dem ich meine höchst professionellen Kenntnisse dieses Programms zu verdanken habe).

Sieben Wochen, um sich auf einen Trip vorzubereiten, für den ich im Normalfall wahrscheinlich Monate gebraucht hätte. Denn ja, ich bin lieber zu sehr vorbereitet, als zu wenig. Vor Reisen lerne ich den Reiseführer quasi auswendig, genau so, wie die Stadt- und Umgebungspläne des Ortes oder der Gegend, die wir besuchen wollen. Aber wie bereitet man sich bitte auf eine Reise quer durch neun Länder vor? Reiseführer und Google Maps auswendig lernen fiel somit aus – nicht, dass ich es nicht doch irgendwie versucht hätte… aber es blieb bei einem jämmerlichen Versuch, auch angesichts der Tatsache, dass ich bis kurz vor Rallye-Start beruflich sehr stark eingebunden war und die wenige Freizeit, die verblieb, mit anderen Start-Vorbereitungen gefüllt war.

Und so ergab es sich, dass ich für meine Verhältnisse absolut unvorbereitet in dieses Abenteuer startete. Es erinnerte mich wirklich sehr an den überstürzten Aufbruch von Bilbo Beutlin im Buch der kleine Hobbit. Und eh ich mich versah war ich in Brake, der Homebase des Standläufers, wurde mit Euro-Boxen und Atlanten konfrontiert und verbrachte eine Nacht auf der bequemsten Couch dieses Planeten (ich bin so froh, dass mein geliebtes Sofa hier nicht mitliest). Am nächsten Morgen wurde ich gefilmt, fotografiert, sollte Interviews geben und Vorfreude versprühen, was mir alles nicht gelang (wie man eindrucksvoll auf allen Pressefotos sehen kann). Ich stand gefühlt die Hälfte der Zeit neben mir und dachte mir einfach nur, dass ich mich gerade gewaltig zum Klops mache. Denn, in Gedanken war ich einfach nur eingesprungen, da der originale „große Dompfaff“ leider verhindert war. Zudem machte sich eine nahende Migräne-Attacke bemerkbar. Diese konnte ein Glück noch vor dem Start nach Hamburg in den Griff bekommen werden und dann waren wir auch schon unterwegs in die Hansestadt, wo wir ein Händchen für unglaublich schlechte Hostels unter Beweis stellten, aber hey, was solls, es war die letzte Nacht in einem richtigen Bett, bevor uns 16 Tage Camping erwarteten, also macht man das Beste aus der Situation und improvisierten. Noch am selben Abend lernte auch ich auf der offiziellen SAC Party in den Überquell Brauwerkstätten einige der Teams kennen, die Claus schon im Vorfeld für seine Zeitung interviewt hatte. Das Gefühl, dass man dieses Ding wirklich mitfahren wird und zum Team gehört stellte sich nach und nach ein. Alles in allem ging der Freitag vor Rallye-Start mit vielen Eindrücken zu Ende und dank Ohropax war die Nacht auch halbwegs erholsam. Über das Frühstück am nächsten Morgen will ich hier mal kein Wort verlieren. Der Gedanke gut gestärkt in Tag 1 der Rallye zu starten hat sich beim Anblick des Angebotes ganz schnell verabschiedet. Hauptsache Kaffee… kein guter Kaffee, ich will hier keine Illusionen aufkommen lassen, aber diese Brühe hatte zumindest das dringend benötigte Koffein in sich. So getuned starteten wir (Claus, seine Freundin, mein Freund und ich) alle zusammen in der Birdbox Richtung Fischmarkt. Dem Startpunkt für unser Abenteuer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.