Kategorie-Archiv: Events

Comedy Night in Aurich

Wenn man Zusammenfassungen über Veranstaltungen schreiben muss, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder die Veranstaltung war so schlecht, dass man sich seinen Frust über die vertane Zeit in einem Verriss von der Seele schreiben kann, die Veranstaltung war nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut, oder aber sie hat einen so begeistert, dass die Lobhudelei selbst dem Schreibstil von Rosamunde Pilcher Konkurrenz machen würde. Wenn man nach dem gehen würde, was so manche Stammgäste des Hirschen im Vorfeld so von sich gaben, dann schien es eigentlich sicher, dass dieser Eintrag ein Verriss werden würde. Denn mal ehrlich: Aurich und “Kneipen Comedy”? Sowas kann doch gar nicht funktionieren, außerdem kennt doch kein Schwein die Künstler, die gestern aufgetreten sind. Wer sich nicht von dieser Meinung abbringen lassen möchte, der sollte nach dem Klick besser nicht weiterlesen, sondern sich vielleicht diesen älteren Artikel durchlesen. Wer einen Eindruck gewinnen möchte, warum sich Experimente manchmal doch lohnen, der klicke!

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Bodo Wartke in Magdeburg

Bodo Wartke. Foto von: Claus Hock

Bodo Wartke, das ist Klavierkabarett in Reimkultur. Seit 1998 tourt der 1977 geborene Künstler mit mittlerweile vier verschiedenen Programmen (Ich denke, also sing’ ich; AchillesVerse; Noah war ein Archetyp; König Ödipus) durch die Lande. Gebürtig aus Hamburg, Jugendjahre in Bad Schwartau, Wahl-Berliner und Wortkünstler sondergleichen, all das und noch mehr ist Bodo Wartke.

Anders als bei anderen Künstlern, spielt Bodo Wartke noch heute all seine Programme in wechselnder Reihenfolge und wird dabei doch nie langweilig. Egal, wie oft man das Programm schon live gesehen, wie oft man die CDs rauf und runter gehört hat und egal wie oft man sich die DVDs bereits angesehen hat: Irgendetwas verändert Bodo Wartke bei seinen Auftritten immer, so dass jeder Abend etwas ganz besonderes ist. Gemeinsamer Nenner der Programme ist dabei zumeist “Klavier und Gesang, gleichzeitig” und genau damit begeisterte Bodo Wartke auch am 31.01.2010 die Zuschauer im ausverkauften Saal des AMO in Magdeburg. Nicht nur für einige Gäste, sondern auch für Bodo Wartke war dieser Auftritt sicherlich ein Wiedersehen der besonderen Art, denn es war erst sein zweiter Auftritt in Magdeburg. Sage und schreibe zehn Jahre ist es her, dass Bodo Wartke einen Auftritt in Magdeburg absolvierte, damals noch bei den Magdeburger Kugelblitzen und vor “deutlich überschaubarerem Publikum”. Die Begeisterung über das vollbesetzte AMO war Bodo Wartke jedenfalls anzumerken, auch wenn ihn die zwei leeren Plätze in der dritten Reihe etwas irritierten. Die eigentlichen Platzbesitzer sind leider nicht mehr aufgetaucht, jedoch fanden sich in der zweiten Hälfte zwei gnädige Gäste, die ihre Plätze aus der hinteren Reihe gegen die in der dritten eintauschten. An dieser Stelle ist es vielleicht angebracht, dass der Autor dieser Zeilen schüchtern die Hand hebt und zugibt, dass er ganz eventuell indirekt an einem der freien Plätze Schuld sein könnte. An der Kasse lagen nämlich zwei Karten anstatt der benötigten Einzelkarte, deswegen könnte zumindest ein freier Platz indirekt auf das Konto des Autors gehen. Um Verzeihung wird gebeten. Doch freie Plätze hin oder her, Bodo Wartke gelang es schon mit seiner Begrüßung die Gäste im Magdeburger AMO in seinen Bann zu schlagen, denn schon mit der “richtigen” Aussprache des Namens Magdeburg (Machdeburch) gelang es Bodo Wartke das Eis zu brechen. Gespielt wurde das Programm “AchillesVerse”, welches nach Auskunft von Bodo Wartke eigentlich “Bodo Wartke singt lieber wieder überwiegend Lieder über Liebe” heißen sollte, aber aus Platzgründen in “AchillesVerse” umbenannt wurde. Das Programm wird seit 2003 aufgeführt und wurde im Jahr 2004 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson ausgezeichnet. In den verschiedenen Liedern beweist Bodo Wartke immer wieder sein musikalisches und reimerisches Können und seinen vielschichtigen Humor.

Bodo Wartke. Foto von: Claus Hock

Die Zusammenstellung der Lieder wich am Abend zwar nicht sonderlich von der entsprechenden CD/DVD ab, allerdings wurde selbst für wahre Kenner des Programms der Abend nie langweilig. Variationen in den Liedern, auf’s Publikum abgestimmte Anmoderationen und Übergänge und die besondere Ausstrahlung Bodo Wartkes machten den Auftritt unverwechselbar. Inklusive Pause und Zugaben spielte Bodo Wartke gute drei Stunden, ohne dass sein Programm deutliche Längen beinhaltet hätte oder ein Nachlassen der Stimmung zu spüren gewesen wäre. Gerade gegen Ende spielte Bodo Wartke noch bisher unveröffentliche Lieder, davon ein reines Instrumental. Eines dieser Lieder (“Believe in Steve”), in dem es um den alten Zwist zwischen PC- und Mac-Nutzern geht, sorgte sogar während der anschließenden Autogrammstunde für eine kurze Diskussion zwischen Bodo Wartke und einem jüngeren Fan. Aber auch das neue Lied “Bettina” trug sicherlich zu den Standing Ovations am Ende des Abends bei. Warum? Bodo Wartke demonstrierte bei diesem Lied eindrucksvoll, dass er nicht nur Klavier und Gesang gleichzeitig beherrscht, sondern auch Klavier, Gesang, “Fußrasseln” und Cajón gleichzeitig zu einem schnellen und amüsanten Lied vereinen kann.

Das Programm selbst endete, Kenner von Bodo Wartke werden es ahnen, mit dem “Liebeslied”. Das besondere am Liebeslied ist, dass Bodo Wartke einen bestimmten Teil des Liedes in mehrere Sprachen übersetzt hat und sich das Publikum traditionell drei Sprachen aussuchen darf. Darüber, welche Sprachen gesungen werden, entscheiden Publikum und Bodo Wartke zusammen, in einer altbewährten Methode: Gespielt wird das, was am lautesten gerufen wird. Laut ist an dieser Stelle insofern wichtig, als dass Bodo Wartke während der Auswahl sowohl weiter Klavier spielt, als auch mit dem  Publikum redet. Das Magdeburger Publikum rief sich schließlich zur Entscheidung durch, dass Latein, Plattdeutsch – auch hierfür zeichnet sich der Autor dieser Zeilen als gebürtiger Ostfriese mitverantwortlich – und türkisch gesungen werden sollten. Als kleiner Eindruck für all diejenigen, die am 31. Januar nicht dabei sein konnten, sei an dieser Stelle zumindest auf das Liebeslied in der gewählten Reihenfolge hingewiesen, welches wir freundlicherweise an dieser Stelle verlinken dürfen: Das “Magdeburger” Liebeslied (MP3). Erstellt wurde das Lied mit dem Liebesliedgenerator.

Nach dem eigentlichen Konzert erhielten die Besucher noch die Gelegenheit, sich mit Merchandising und Autogrammen einzudecken. Auch hier ist erneut die besondere Ruhe und Freundlichkeit Bodo Wartkes hervorzuheben. Er brauchte nur wenige Minuten, um sich nach dem Konzert umzuziehen, etwas zu sammeln usw., so dass die Fans nicht allzu lange auf ihren Star warten mussten. Für die letzten verbliebenen Fans gab es nach der Autogrammstunde sogar die Möglichkeit, sich auf Fotos mit Bodo Wartke verewigen zu lassen. Nach fast drei Stunden Programm bleibt als Resümee für diesen besonderen Abend nur im freundschaftlichen Ton zu sagen: Bodo, warte nicht noch einmal zehn Jahre, bis zu deinem nächsten Auftritt in Magdeburg!

Wer mehr über Bodo Wartke erfahren möchte, dem sei wärmstens www.bodowartke.de ans Herz gelegt, ein Internetauftritt, der sich zu entdecken lohnt.

Etwas mehr Begeisterung, bitte!

“Literatur bewegt” war das Motto der diesjährigen Nacht der Literatur, organisiert im Rahmen eines Seminars am Institut für Germanistik der Magdeburger Universität. Ein vielfältiges und eindrucksvolles Programm sollte geboten werden, doch leider war häufig nur die Organisation und Planung eindrucksvoll. Eindrucksvoll schlecht und das fast vier Stunden lang. Wer wusste, dass ein ganzes Seminar mit der Planung und Durchführung beauftragt war, der fragte sich unwillkürlich, wo die Kontrolle durch die Lehrkraft war.

Die Beiträge zur 3. Nacht der Literatur, welche am 11. Juni in der Scheune des Moritzhofes stattfand, waren wirklich vielfältig und an sich gab es an den meisten Beiträgen nichts auszusetzen. Jedoch merkte man dem Programm und der Planung schnell starke Schwächen an, die dem Zuhörer den Genuß der Beiträge verleideten.
Ein paar Worte zum Programm. Der erste Hauptbeitrag des Abends und zugleich wohl auch längste Beitrag im gesamten Programm war Sartres “Geschlossene Gesellschaft”, aufgeführt von der gleichnamigen, extra für diesen Abend gegründeten Gruppe. Knapp eine Stunde lang, für manche sicherlich etwas zu lang für den Einstieg, spielten Philipp Bittkau, Denis Fabian, Anne Hähner und Jana Schuppe vor den knapp 120 Gästen im Moritzhof. Und sie spielten an sich überzeugend, wenn auch manchmal etwas zu leise. Doch auch andere Beiträge mochten auf ihre Art überzeugen, wie zum Beispiel “Franz Kafka – ein bewegender Autor”. Fast völlig improvisiert, freier Text, freie Bewegung, aber doch in sich stimmig, wenn auch “schwere Kost”. So schwer, dass mancher sich fühlte wie beim Betrachten moderner Kunst – einiges versteht man, anderes dagegen… Bei einigen Beiträgen hingegen hatte man manchmal das Gefühl, dass die Literatur eher stelzt oder sich sogar mit Händen und Füßen dagegen wehrt, bewegt zu werden – oder originell zu sein. Eine interessante Abwechslung bot dabei Ferdinand Weidinger mit seinem Saxophon. Sowohl bei der Untermalung einzelner Passagen der “Geschlossenen Gesellschaft”, als auch als Untermalung zur spontan eingefügten Lesung Brecht’scher Liebeslyrik durch Oliver Scheer.

Der trotzdem überwiegend negative Eindruck, den der Abend hinterließ, wurde sicher unterstützt, wenn nicht sogar hervorgerufen, durch die merklich schlechte Organisation des Abends. Geprobt wurde der Abend scheinbar nicht, zumindest nicht am Stück, und wenn doch, so müssen die Verantwortlichen währenddessen geschlafen haben. So stimmig und passend viele der insgesamt elf Beiträge für sich genommen waren, so unpassend waren sie im Zusammenhang. Kein roter Faden, kein vereinendes Thema führte die Zuschauer durch den Abend. Auch die Moderation, die in regelmäßigen Abständen Ausblicke auf das Programm und die Abfolge gab, vermochte nichts daran zu ändern, dass der Zuhörer von einer Gattung zur nächsten und von einem Thema ins andere gerissen wurde. Man kann es so machen, man sollte es sich aber vorher gut überlegen. Hier wurde es, übrigens wie bei der letzten Nacht der Literatur auch, gemacht, aber ob dies vorher bewusst (mit allen Konsequenzen) überlegt wurde darf wohl bezweifelt werden. Dies ist vor allem in Hinblick auf die Beiträge schade, denen man eine Liebe zur Literatur und einen Spaß an der Sache anmerkte. Schade aus dem Grund, weil eben diese Beiträge unter dem drumherum litten. Gute Schauspieler und begeisterte Akteure können die Vorstellung nicht retten, wenn der Regisseur, oder in diesem Fall die Lehrkraft des Seminars, es an einer “starken Hand” und einer einenden Idee mangeln lässt, welche aus vielen Einzelnen ein harmonisches Ganzes werden lässt. In diesem Zusammenhang sollte allerdings auch erwähnt werden, dass leider nur sehr wenige Dozenten des Instituts für Germanistik an der Veranstaltung teilnahmen. Sei es als Gast, als Beitragender oder hinter den Kulissen. Im Jahr 2003 lieferten vier Institutsmitarbeiter einen mehr oder weniger aktiven Beitrag, dieses Jahr nur zwei. Anwesend waren insgesamt fünf Mitarbeiter.
Neben diesem fehlenden roten Faden störten vor allem “kleinere” Fehler und Unstimmigkeiten. So hatten manche Beitragende kein Mikrofon und versuchten nur mit ihren zarten Stimmchen gegen Musik anzukommen. Wobei es grundsätzlich nicht unbedingt eine gute Idee ist einen Text zu rezitieren und nebenher einen Popsong laufen zu lassen, wenn daraus ein “Stimmengewirr” entsteht. Oder aber die mehr als schlecht eingestellte Tonanlage, die die Höhen in den Liedern Stefan Müllers in, nun, ungeahnte und zum Teil sehr unangenehme Höhen katapultierte. Beim Beitrag von Stefan Müller ergab sich auch noch das Problem, dass dieser ursprünglich kurz vor der einzigen Pause des Abends spielen sollte, dann aber wegen einer Verspätung erst nach der Pause spielte. Verspätungen können vorkommen, aber so begann der zweite Teil des Abends leider mit einem sehr nachdenklichen und langsamen Beitrag. Etwas mehr Schwung wäre da wünschenswert gewesen.

Die konzeptionellen Schwächen des Abends wirkten sich auch recht deutlich auf die Zuschauerzahlen aus. Begann der Abend noch mit ca. 120 Gästen, so waren es nach der Pause nur noch knapp 60, was sich im Laufe des Abends noch weiter nach unten korrigierte. Hier spielte sicher auch eine gewisse Ungewissheit von Seiten der Zuhörer eine Rolle, denn leider gab es am Abend kein Programm, so dass nicht abzusehen war, welche Beiträge noch kommen und wie lange die Veranstaltung überhaupt dauern würde. So kam schon dem Beitrag “Feuermärchen” von Robert Friedrich wohl nicht die gebührende Aufmerksamkeit zu und der “mittelhochdeutsche Teil”, für den extra die “Liederknechte” aus Magdeburg engagiert wurden, fand nur noch vor einem Bruchteil der ursprünglichen Zuschauer statt. Dabei wurde gerade dieser Teil von vielen als der lustigste und entspannteste angesehen.
Trotz aller Kritik bleibt trotzdem zu hoffen, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine Nacht der Literatur gibt. Dann nur bitte mit einem besseren, abgestimmteren Konzept.

Voller Erfolg für 1. Familienfest an der OvG-Universität

Im Rückblick auf das erste Familienfest, welches von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt wurde, zeigen sich die Organisatoren zufrieden. Die Veranstaltung im Rahmen der Studententage wurde trotz nicht ganz so angenehmen Wetter von vielen Studierenden und Familien gut angenommen. Das Familienfest fand am Freitag, den 5. Juni in der Zeit von 14 Uhr bis 17 Uhr auf dem Hauptcampus der Uni statt.

Lisa Thürmer, Studentin und Beauftragte des Studierendenrates für die Familienfreundliche Universität, organisierte zusammen mit Ingrid Adam (Gleichstellungsbeauftragte der Universität) und Gabriele Montoya Martinez (Abteilungsleiterin Soziale Dienste des Studentenwerkes) und rund 15 freiwilligen Helferinnen und Helfern das 1. Familienfest der Universität. Die Idee zu dieser Veranstaltung resultierte aus einem Elterntreffen an der FGSE im Jahr 2008. Erklärte Ziele der Veranstaltung waren die Dartsellung der Universität als Ort, an dem sich Familien wohlfühlen, sowie eine bessere Vernetzung studierender Eltern. Zwar gibt es keine verlässliche Zahlen über den wirklichen Anteil Studierender, die ihr Studium neben der Kindererziehung bewältigen, dennoch setzen sich in den letzten Jahren vermehrt Mitglieder der Universität dafür ein, die Otto-von-Guericke-Universität familienfreundlicher zu gestalten.

Das Familienfest war im Zuge dieser Bemühungen eine Veranstaltung, die von einer breiteren, universitären Öffentlichkeit wahrgenommen werden sollte und auch wahrgenommen wurde. So folgten ca. 150 Interessierte der Einladung zum Fest und genossen die kindgerechten Angebote auf dem Hauptcampus. So gab es neben Bratwürtschen und Eis auch Aktionen der Jugendfeuerwehr Prester, der Verkehrswacht oder der Bewegungswerkstatt Magdeburg. Aber auch Kinderschminken, ein Clown, eine Hüpfburg, Bilder malen oder der Rollerparcours der Polizei erfreuten Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Für den “wissenschaftlichen Anspruch” sorgte vor allem das Mathemobil der Universität, welches dieses Mal mathematische Probleme und Spiele für alle Altersgruppen bereit hielt.

Für die Eltern gab es natürlich die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, sich allgemein über das Thema Familie&Studium zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Feedback zu geben. Gerade dies war den Organisatoren auch besonders wichtig. Lisa Thürmer sagte dazu, dass es zwar seit ca. 1 Semester Familienbeauftragte an jeder Fakultät gebe, aber trotzdem noch viel zu tun sei, was den Aufbau eines Netzwerkes und vor allem die Akzeptanz für Studierende mit Kind angehe. Hier sehe sie noch viel Handlungsbedarf, sowohl von Seiten der KommilitonInnen, als auch von Seiten der HochschulmitarbeiterInnen aus. Gerade aus diesem Grund wird die bestehende Infrastruktur weiter ausgebaut und verbessert. Familienfeste seien dabei nur ein Teil der Bemühungen.

Das Organisationsteam möchte sich besonders bei den Sponsoren bedanken, unter anderem die Sparkasse und Ernsting’s Family, die durch ihre Spenden einen Großteil dazu beigetragen haben, dass dieses Fest stattfinden konnte. Auch durch die Studierendenräte der beiden Hochschulen und das Studentenwerk wurde die Veranstaltung maßgeblich unterstützt. Die Organisatoren hoffen natürlich, dass sich dieser Erfolg im nächsten Jahr wiederholen lässt und das Familienfest so zu einer Tradition der Universität werden kann.

Für weiterführende Informationen und Kontaktdaten hat die Uni eine eigene Homepage eingerichtet: OvGU und Familie.

Der Blick in den Turm

In einer Gemeinschaftsveranstaltung luden das Theater Magdeburg, die Buchhandlung Wahle, das Literaturhaus
und die Stadtbibliothek Magdeburg am 4. Mai 2009 zur Autorenlesung von Uwe Tellkamp. Tellkamp las aus seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Bestseller “Der Turm”. Vier Abschnitte aus unterschiedlichen Kapiteln wurden dem Publikum im fast ausverkauften Saal des Opernhauses vom Autor dargeboten.

Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete der Schauspieldramaturg des Theaters Magdeburg, Remsi Al Khalisi, mit einführenden Worten zum Autor und Werk die Lesung. Kurz darauf begab sich Uwe Tellkamp an seinen Platz hinter dem Lesepult, welchen er für die nächsten 45 Minuten nicht mehr verlassen sollte.
Wirkte Tellkamp anfangs noch etwas gehemmt und gezwungen, so löste sich diese Anspannung mit den ersten Lachern aus dem Publikum. Kurz vor Ende des ersten Abschnittes war das Eis dann endgültig gebrochen, was wohl nicht zuletzt an Formulierungen wie “eiwandfreie Kurbelrührerzeugnisse zur Herstellung vorweihnachtlicher Backwaren” (Der Turm, 13. Kapitel) lag. Starrte Tellkamp bisher eher stur auf seine Ausschnitte, fing er nun an häufiger zum Publikum zu Blicken und das Gelesene mit Gesten zu untermalen. Als er aus Versehen sein Glas umstieß, quittierte er dieses Missgeschick mit den Worten: “Das macht wohl der Stoff!”, was durchaus passte, ging es doch in dem Kapitel um ein “Interview” durch die Stasi.

Gegen 20.15 Uhr begann die Frage- und Diskussionsrunde. Nachdem anfänglich der Schauspieldramaturg fragen an den Autor stellte, und die Fragen aus dem Publikum nur langsam anliefen, drehte Tellkamp den Spieß einfach um und stellte seinerseits Fragen. Eigentlich stellte er nur eine Frage, nämlich was das Magdeburger Publikum denn vom Schauplatz des Romans, der Stadt Dresden hielte. Die Antworten einzelner Gäste führten den Saal auf eine Reise in die Vergangenheit. Man merkte spätestens hier, dass es nicht nur um ein Buch ging, sondern auch um persönliche Vergangenheiten und Erinnerungen, sowohl bei den Zuhörern, als auch bei Uwe Tellkamp selbst. Tellkamp bestach während dieser Runde durch eine gesunde und mitreißende Mischung aus Ernst und Witz. So sinnierte er über die utopischen Elemente und Veränderungen in seinem Roman und über die Bezeichnung “Wenderoman”, gab aber auch praktische Lese- und Verständnisempfehlungen, gerade an diejenigen, die mit sächsisch wenig anfangen können: “Lesen Sie besonders die sächsischen Witze laut vor!”, der Rest komme dann schon von alleine.

Mit der obligatorischen Signierstunde endete dann die Lesung Uwe Tellkamps im Magdeburger Opernhaus. Was bleibt sind interessante und persönliche Eindrücke aus und um “Der Turm”, so wie die Frage nach der Fortsetzung, dem Leben jenseits des Doppelpunktes. In zwei Jahren sollen wir Herrn Tellkamp noch einmal danach fragen. Ich denke, wir werden es tun.