Vorbereitungen

So langsam nehmen die Planungen für unsere erste Reise, welche Mitte November stattfinden soll, klarere Züge an. Reiseführer und Kartenmaterial sind weitestgehend besorgt und die ersten Sponsoringanfragen sind geschaltet. Nun heißt es weiter planen und hoffen, dass einer Zeitung oder einem Magazin unsere Reportage-Idee gefällt. Geplant ist eine Tour von ca. 4 Tagen durch den östlichen Teil Deutschlands, aber mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Interessant ist es auf jeden Fall, vor allem wenn man die Entwicklung von einer Idee hin zu einer immer konkreter werdenden Planung betrachtet. Dieser Blog ist die erste Konkretisierung unserer Planungen und demnächst werden hoffentlich auch die ersten Ads geschaltet, welche hoffentlich mit der Zeit zumindest die Hostingkosten tragen.

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Ferropolis – Die Stadt aus Eisen

Ferropolis, die Stadt aus Eisen, ist eine Mischung aus Museum und Veranstaltungsort in der Nähe von Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt. Ehemals fand am jetzigen Ort der Ferropolis Braunkohleförderung im Tagebau Golpa-Nord statt. Heute zeugt ein interessantes und beeindruckendes Museumskonzept von der Geschichte des Tagebaus in der Region. Wer allerdings eines der üblichen Mussen erwartet, der wird überrascht sein.

Im Jahr 1957 begannen die Vorbereitungen für den Abbau von Braunkohle in Golpa-Nord. In den 1950er Jahren war der Tagebau in Sachsen-Anhalt auf seinem Höhepunkt angelangt. 20 Tagebaue, 60000 Beschäftigte und einen jährlichen Auswurf von zuletzt 100 Millionen Tonnen. 1991 standen dann nahezu alle Förderstätten vor dem aus und auch Golpa-Nord wurde geschlossen. Interessierte Menschen wollten aber fast 40 Jahre Geschichte nicht einfach so verschwinden lassen und so wurden Ideen entworfen. Die Idee zur Ferropolis kam schließlich aus dem Bauhaus Dessau und wurde glücklicherweise auch umgesetzt.

Heute ist die Ferropolis Museum, Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und Themenpark gleichermaßen. Beherrscht wird das Areal durch die riesigen Tagebaumaschinen, die in einem ungeheuren logistischen Aufwand auf das Gelände geschafft wurden. Insgesamt fünf dieser Maschinen umranden die große Arena auf der Halbinsel im Gremminer See und alle von ihnen waren über Jahre im Tagebau im Einsatz.

Mad Max, Medusa, Mosquito, Gemini und Big Wheel. Hinter diesen fünf Namen verbergen sich die fünf verschiedenen Maschinen. Mad Max begrenzt die Arena zu Seeseite hin und ist ein Eimerkettenbagger auf Schienenfahrwerk mit einem Gewicht von 1250 Tonnen, einer Höhe von 27,6 m und einer Länge 79,2 m. Ihm gegenüber steht Mosquito, ein Raupensäulenschwenkbagger auf Raupenfahrwerk und mit dem Baujahr 1941 der Oldie unter den Maschinen. Dies hindert das 792 Tonnen schwere, 27,2 m hohe und 67,1 m lange Ungetüm aber nicht daran, noch voll funktionsfähig zu sein. Hergestellt wurder der Mosquito übrigens in Magdeburg. Die Umrandung der Arena machen die Medusa, ein schwenkbarer Absetzer auf Schienenfahrwerk und der schwerste der ausgestellten Bagger, Gemini, komplett. Gemini kommt auf die beeindruckenden Maße einer Höhe von 30 m und einer Länge von 125 m, wobei der Ausleger auf eine Länge 60 m kommt. Gemini bringt dabei 1980 Tonnen auf die Waage. Etwas abseits steht die letzte der Maschinen, das Big Wheel. MIt dem Baujahr 1984 das Küken unter den Tagebauvarianten, aber nicht minder beeindruckend. Der Schaufelradbagger auf Raupenfahrwerk bringt 1718 Tonnen auf eine Höhe von 31 m und eine Länge von 74,5 m.

Das besondere an den Ausstellungsstücken ist allerdings auch noch, dass diese begangen werden können. Einige nur im Zuge einer buchbaren Führung, andere, wie zum Beispiel Gemini, auch eigenständig. Neben den Maschinen gibt es auch einen eher klassischen Museumsteil in der alten 30 KV-Station, von der vorher der komplette Tagebau mit Strom versorgt würde. Heute dient er neben der Ausstellung rund um die Ferropolis und rund um die Geschichte der Braunkohleförderung in der Region dem Förderverein FERROPOLIS e.V. als Sitz. Außerdem kann man sich in den Räumlichkeiten sogar das Ja-Wort geben, direkt vor der Kulisse der Ferropolis.

Rund um die Ferropolis passiert auch noch mehr. Dies bezeugen erste Ansiedlungen kleiner Unternehmen ebenso wie zahlreiche neue Projekte: schwimmende Häuser etwa oder gleich ein ganzes Freizeitdorf, mit Strom versorgt vom längsten Solarkraftwerk Europas. “In FERROPOLIS, so scheint es, ist Zukunft möglich.”

Wichtige Daten für Besucher

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 4,00 €
  • Ermäßigt: 3,00 €
  • Audioführung für zwei Personen: 1,00 €
  • Familienkarte : 8,00 € (2 Erwachsene und max. 4 Kinder)

Gruppen:

  • ab 20 Personen pro Person 3,00 €
  • Führung pro Gruppe 25,00 €
  • Führungen am Wochenende pro Person: 1,00 €
  • Kinder unter 6 Jahren frei
  • Jahreskarte 10,00 € (nicht für Veranstaltungen gültig)

Öffnungszeiten:

  • November-April: Täglich geöffnet von 10.00 – 17.00 Uhr, beziehungsweise bis zum Einbruch der Dunkelheit.
  • April-November: Samstag, Sonn- und Feiertage: 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Wochentags: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
  • Die Ausstellung in der ehemaligen 30 KV-Station ist täglich von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet.
  • Die Gastronomie am Biergarten an der Orangerie ist im Winterhalbjahr an den Wochenenden und an Feiertagen geöffnet, im Sommerhalbjahr täglich.

Audioführungen mit einer Dauer von ca. 1 Stunde können am eingang gegen eine kleine Gebühr erworben werden. Die Audioführungen bieten neben den üblichen Informationen auch Interviews mit ehemaligen Arbeitern und Aufnahmen der Betriebsgeräusche der einzelnen Maschinen.

Führungen durch Gästebetreuerinnen

An Wochenenden und Feiertagen um 11.00, 13.00, 15.00 Uhr
Dauer : ca. 1 Stunde

Von Montag bis Freitag Führungen nur für Gruppen nach vorheriger Anmeldung.
Für Gruppen ab 20 Personen ist eine Anmeldung unter 034953 – 351 25 erwünscht
(ca. 7 Tage im Voraus).

Details zur Anfahrt, zu besonderen Terminen und weiteren Dingen rund um die Ferropolis, finden sich auf der Internetseite des Museums.

Etwas mehr Begeisterung, bitte!

“Literatur bewegt” war das Motto der diesjährigen Nacht der Literatur, organisiert im Rahmen eines Seminars am Institut für Germanistik der Magdeburger Universität. Ein vielfältiges und eindrucksvolles Programm sollte geboten werden, doch leider war häufig nur die Organisation und Planung eindrucksvoll. Eindrucksvoll schlecht und das fast vier Stunden lang. Wer wusste, dass ein ganzes Seminar mit der Planung und Durchführung beauftragt war, der fragte sich unwillkürlich, wo die Kontrolle durch die Lehrkraft war.

Die Beiträge zur 3. Nacht der Literatur, welche am 11. Juni in der Scheune des Moritzhofes stattfand, waren wirklich vielfältig und an sich gab es an den meisten Beiträgen nichts auszusetzen. Jedoch merkte man dem Programm und der Planung schnell starke Schwächen an, die dem Zuhörer den Genuß der Beiträge verleideten.
Ein paar Worte zum Programm. Der erste Hauptbeitrag des Abends und zugleich wohl auch längste Beitrag im gesamten Programm war Sartres “Geschlossene Gesellschaft”, aufgeführt von der gleichnamigen, extra für diesen Abend gegründeten Gruppe. Knapp eine Stunde lang, für manche sicherlich etwas zu lang für den Einstieg, spielten Philipp Bittkau, Denis Fabian, Anne Hähner und Jana Schuppe vor den knapp 120 Gästen im Moritzhof. Und sie spielten an sich überzeugend, wenn auch manchmal etwas zu leise. Doch auch andere Beiträge mochten auf ihre Art überzeugen, wie zum Beispiel “Franz Kafka – ein bewegender Autor”. Fast völlig improvisiert, freier Text, freie Bewegung, aber doch in sich stimmig, wenn auch “schwere Kost”. So schwer, dass mancher sich fühlte wie beim Betrachten moderner Kunst – einiges versteht man, anderes dagegen… Bei einigen Beiträgen hingegen hatte man manchmal das Gefühl, dass die Literatur eher stelzt oder sich sogar mit Händen und Füßen dagegen wehrt, bewegt zu werden – oder originell zu sein. Eine interessante Abwechslung bot dabei Ferdinand Weidinger mit seinem Saxophon. Sowohl bei der Untermalung einzelner Passagen der “Geschlossenen Gesellschaft”, als auch als Untermalung zur spontan eingefügten Lesung Brecht’scher Liebeslyrik durch Oliver Scheer.

Der trotzdem überwiegend negative Eindruck, den der Abend hinterließ, wurde sicher unterstützt, wenn nicht sogar hervorgerufen, durch die merklich schlechte Organisation des Abends. Geprobt wurde der Abend scheinbar nicht, zumindest nicht am Stück, und wenn doch, so müssen die Verantwortlichen währenddessen geschlafen haben. So stimmig und passend viele der insgesamt elf Beiträge für sich genommen waren, so unpassend waren sie im Zusammenhang. Kein roter Faden, kein vereinendes Thema führte die Zuschauer durch den Abend. Auch die Moderation, die in regelmäßigen Abständen Ausblicke auf das Programm und die Abfolge gab, vermochte nichts daran zu ändern, dass der Zuhörer von einer Gattung zur nächsten und von einem Thema ins andere gerissen wurde. Man kann es so machen, man sollte es sich aber vorher gut überlegen. Hier wurde es, übrigens wie bei der letzten Nacht der Literatur auch, gemacht, aber ob dies vorher bewusst (mit allen Konsequenzen) überlegt wurde darf wohl bezweifelt werden. Dies ist vor allem in Hinblick auf die Beiträge schade, denen man eine Liebe zur Literatur und einen Spaß an der Sache anmerkte. Schade aus dem Grund, weil eben diese Beiträge unter dem drumherum litten. Gute Schauspieler und begeisterte Akteure können die Vorstellung nicht retten, wenn der Regisseur, oder in diesem Fall die Lehrkraft des Seminars, es an einer “starken Hand” und einer einenden Idee mangeln lässt, welche aus vielen Einzelnen ein harmonisches Ganzes werden lässt. In diesem Zusammenhang sollte allerdings auch erwähnt werden, dass leider nur sehr wenige Dozenten des Instituts für Germanistik an der Veranstaltung teilnahmen. Sei es als Gast, als Beitragender oder hinter den Kulissen. Im Jahr 2003 lieferten vier Institutsmitarbeiter einen mehr oder weniger aktiven Beitrag, dieses Jahr nur zwei. Anwesend waren insgesamt fünf Mitarbeiter.
Neben diesem fehlenden roten Faden störten vor allem “kleinere” Fehler und Unstimmigkeiten. So hatten manche Beitragende kein Mikrofon und versuchten nur mit ihren zarten Stimmchen gegen Musik anzukommen. Wobei es grundsätzlich nicht unbedingt eine gute Idee ist einen Text zu rezitieren und nebenher einen Popsong laufen zu lassen, wenn daraus ein “Stimmengewirr” entsteht. Oder aber die mehr als schlecht eingestellte Tonanlage, die die Höhen in den Liedern Stefan Müllers in, nun, ungeahnte und zum Teil sehr unangenehme Höhen katapultierte. Beim Beitrag von Stefan Müller ergab sich auch noch das Problem, dass dieser ursprünglich kurz vor der einzigen Pause des Abends spielen sollte, dann aber wegen einer Verspätung erst nach der Pause spielte. Verspätungen können vorkommen, aber so begann der zweite Teil des Abends leider mit einem sehr nachdenklichen und langsamen Beitrag. Etwas mehr Schwung wäre da wünschenswert gewesen.

Die konzeptionellen Schwächen des Abends wirkten sich auch recht deutlich auf die Zuschauerzahlen aus. Begann der Abend noch mit ca. 120 Gästen, so waren es nach der Pause nur noch knapp 60, was sich im Laufe des Abends noch weiter nach unten korrigierte. Hier spielte sicher auch eine gewisse Ungewissheit von Seiten der Zuhörer eine Rolle, denn leider gab es am Abend kein Programm, so dass nicht abzusehen war, welche Beiträge noch kommen und wie lange die Veranstaltung überhaupt dauern würde. So kam schon dem Beitrag “Feuermärchen” von Robert Friedrich wohl nicht die gebührende Aufmerksamkeit zu und der “mittelhochdeutsche Teil”, für den extra die “Liederknechte” aus Magdeburg engagiert wurden, fand nur noch vor einem Bruchteil der ursprünglichen Zuschauer statt. Dabei wurde gerade dieser Teil von vielen als der lustigste und entspannteste angesehen.
Trotz aller Kritik bleibt trotzdem zu hoffen, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine Nacht der Literatur gibt. Dann nur bitte mit einem besseren, abgestimmteren Konzept.

Voller Erfolg für 1. Familienfest an der OvG-Universität

Im Rückblick auf das erste Familienfest, welches von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt wurde, zeigen sich die Organisatoren zufrieden. Die Veranstaltung im Rahmen der Studententage wurde trotz nicht ganz so angenehmen Wetter von vielen Studierenden und Familien gut angenommen. Das Familienfest fand am Freitag, den 5. Juni in der Zeit von 14 Uhr bis 17 Uhr auf dem Hauptcampus der Uni statt.

Lisa Thürmer, Studentin und Beauftragte des Studierendenrates für die Familienfreundliche Universität, organisierte zusammen mit Ingrid Adam (Gleichstellungsbeauftragte der Universität) und Gabriele Montoya Martinez (Abteilungsleiterin Soziale Dienste des Studentenwerkes) und rund 15 freiwilligen Helferinnen und Helfern das 1. Familienfest der Universität. Die Idee zu dieser Veranstaltung resultierte aus einem Elterntreffen an der FGSE im Jahr 2008. Erklärte Ziele der Veranstaltung waren die Dartsellung der Universität als Ort, an dem sich Familien wohlfühlen, sowie eine bessere Vernetzung studierender Eltern. Zwar gibt es keine verlässliche Zahlen über den wirklichen Anteil Studierender, die ihr Studium neben der Kindererziehung bewältigen, dennoch setzen sich in den letzten Jahren vermehrt Mitglieder der Universität dafür ein, die Otto-von-Guericke-Universität familienfreundlicher zu gestalten.

Das Familienfest war im Zuge dieser Bemühungen eine Veranstaltung, die von einer breiteren, universitären Öffentlichkeit wahrgenommen werden sollte und auch wahrgenommen wurde. So folgten ca. 150 Interessierte der Einladung zum Fest und genossen die kindgerechten Angebote auf dem Hauptcampus. So gab es neben Bratwürtschen und Eis auch Aktionen der Jugendfeuerwehr Prester, der Verkehrswacht oder der Bewegungswerkstatt Magdeburg. Aber auch Kinderschminken, ein Clown, eine Hüpfburg, Bilder malen oder der Rollerparcours der Polizei erfreuten Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Für den “wissenschaftlichen Anspruch” sorgte vor allem das Mathemobil der Universität, welches dieses Mal mathematische Probleme und Spiele für alle Altersgruppen bereit hielt.

Für die Eltern gab es natürlich die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, sich allgemein über das Thema Familie&Studium zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Feedback zu geben. Gerade dies war den Organisatoren auch besonders wichtig. Lisa Thürmer sagte dazu, dass es zwar seit ca. 1 Semester Familienbeauftragte an jeder Fakultät gebe, aber trotzdem noch viel zu tun sei, was den Aufbau eines Netzwerkes und vor allem die Akzeptanz für Studierende mit Kind angehe. Hier sehe sie noch viel Handlungsbedarf, sowohl von Seiten der KommilitonInnen, als auch von Seiten der HochschulmitarbeiterInnen aus. Gerade aus diesem Grund wird die bestehende Infrastruktur weiter ausgebaut und verbessert. Familienfeste seien dabei nur ein Teil der Bemühungen.

Das Organisationsteam möchte sich besonders bei den Sponsoren bedanken, unter anderem die Sparkasse und Ernsting’s Family, die durch ihre Spenden einen Großteil dazu beigetragen haben, dass dieses Fest stattfinden konnte. Auch durch die Studierendenräte der beiden Hochschulen und das Studentenwerk wurde die Veranstaltung maßgeblich unterstützt. Die Organisatoren hoffen natürlich, dass sich dieser Erfolg im nächsten Jahr wiederholen lässt und das Familienfest so zu einer Tradition der Universität werden kann.

Für weiterführende Informationen und Kontaktdaten hat die Uni eine eigene Homepage eingerichtet: OvGU und Familie.

Der Blick in den Turm

In einer Gemeinschaftsveranstaltung luden das Theater Magdeburg, die Buchhandlung Wahle, das Literaturhaus
und die Stadtbibliothek Magdeburg am 4. Mai 2009 zur Autorenlesung von Uwe Tellkamp. Tellkamp las aus seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Bestseller “Der Turm”. Vier Abschnitte aus unterschiedlichen Kapiteln wurden dem Publikum im fast ausverkauften Saal des Opernhauses vom Autor dargeboten.

Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete der Schauspieldramaturg des Theaters Magdeburg, Remsi Al Khalisi, mit einführenden Worten zum Autor und Werk die Lesung. Kurz darauf begab sich Uwe Tellkamp an seinen Platz hinter dem Lesepult, welchen er für die nächsten 45 Minuten nicht mehr verlassen sollte.
Wirkte Tellkamp anfangs noch etwas gehemmt und gezwungen, so löste sich diese Anspannung mit den ersten Lachern aus dem Publikum. Kurz vor Ende des ersten Abschnittes war das Eis dann endgültig gebrochen, was wohl nicht zuletzt an Formulierungen wie “eiwandfreie Kurbelrührerzeugnisse zur Herstellung vorweihnachtlicher Backwaren” (Der Turm, 13. Kapitel) lag. Starrte Tellkamp bisher eher stur auf seine Ausschnitte, fing er nun an häufiger zum Publikum zu Blicken und das Gelesene mit Gesten zu untermalen. Als er aus Versehen sein Glas umstieß, quittierte er dieses Missgeschick mit den Worten: “Das macht wohl der Stoff!”, was durchaus passte, ging es doch in dem Kapitel um ein “Interview” durch die Stasi.

Gegen 20.15 Uhr begann die Frage- und Diskussionsrunde. Nachdem anfänglich der Schauspieldramaturg fragen an den Autor stellte, und die Fragen aus dem Publikum nur langsam anliefen, drehte Tellkamp den Spieß einfach um und stellte seinerseits Fragen. Eigentlich stellte er nur eine Frage, nämlich was das Magdeburger Publikum denn vom Schauplatz des Romans, der Stadt Dresden hielte. Die Antworten einzelner Gäste führten den Saal auf eine Reise in die Vergangenheit. Man merkte spätestens hier, dass es nicht nur um ein Buch ging, sondern auch um persönliche Vergangenheiten und Erinnerungen, sowohl bei den Zuhörern, als auch bei Uwe Tellkamp selbst. Tellkamp bestach während dieser Runde durch eine gesunde und mitreißende Mischung aus Ernst und Witz. So sinnierte er über die utopischen Elemente und Veränderungen in seinem Roman und über die Bezeichnung “Wenderoman”, gab aber auch praktische Lese- und Verständnisempfehlungen, gerade an diejenigen, die mit sächsisch wenig anfangen können: “Lesen Sie besonders die sächsischen Witze laut vor!”, der Rest komme dann schon von alleine.

Mit der obligatorischen Signierstunde endete dann die Lesung Uwe Tellkamps im Magdeburger Opernhaus. Was bleibt sind interessante und persönliche Eindrücke aus und um “Der Turm”, so wie die Frage nach der Fortsetzung, dem Leben jenseits des Doppelpunktes. In zwei Jahren sollen wir Herrn Tellkamp noch einmal danach fragen. Ich denke, wir werden es tun.